Pinot Noir und die Magie des Burgund

Pinot Noir ist eine der Traubensorten die wirklich grosse Weine ergibt.

Sie reflektiert auf sehr direkt das Terroir, das Klima und das Handwerk wie keine andere. Grossartige Pinot-Weine zeigen das wahre Können des Winzers und des Weinmachers -Oenologen.

Die Rebsorte hat Ansprüche denen man für gute Weine gerecht werden muss. Hitze ist sicher der ganz grosse Feind der Rebsorte.

Grosse Erträge und hoher Alkoholgehalt sind die Verderber der Eleganz und Finesse die diese Weine ergeben können.

Daher, der Produzent macht es aus wie der Wein sein wird.

Immer mehr grossartige Pinot’s kommen aus der Schweiz, die wirklich grossen haben ihren Ursprung zweifelsohne im Burgund.

So öffnete ich vor kurzem einen diesen Burgunder Pinot’s. 

Wieder einmal einen grossartigen Wein aus dem Burgund geniessen, das war es.

Es gibt gutes und es gibt eben auch weniger gutes aus dem Burgund, leider. Daher, der Produzent macht es aus!

Corton Rognet Grand Cru 2005 – Taupenot-Merme

Der herausgezogene Korken versprach schon viel, was sich dann im Glas der Nase offenbarte war fantastisch. 

Vielschichtige, sich langsam in subtiler, manche beinahe opulent zeigende Düfte.

Reife Früchte, Himbeere, Kirschen, dezenter Teerduft, schwarzer Trüffel, angenehmer Lederduft, Waldboden, Pilze und etwas herbales kommt dazu.

Am Gaumen, seidenweiche Tannine die dem Wein frische und Eleganz bringen. Aromen, aus den bereits erkannten Düften, sich auf der Zunge auf subtile Weise zeigen. Ein Genuss, man sitzt im Sofa und lässt das Aromen und Duftspiel über einen ergehen.

Man nippt und lässt die Gedanken in dieser Welt von sinnlichen Elementen dahingleiten. 

Domaine Taupenot-Merme – Morey-Staint-Denis

Das Weingut wird von Virginie und ihrem Bruder Romain geführt. Die Winzertradition reicht bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrunderts zurück. Die Grosseltern schufen Mitte des 20. Jahrhunderts den Grundstein durch Neupflanzungen für die heutigen Weine. Biodynamische Regeln bei der Herstellung führen zum Ziel dieser grossartigen Weine.

Die Lage:

Eine der so genannten Climats, also der Lagen innerhalb des Corton heisst ‚Le Rognet et Corton‘ und liegt oberhalb des Ortes Ladoix-Serrigny in süd-östlicher und süd-westlicher Ausrichtung. Die Lage ist geprägt von eisenoxidhaltigem rotem Kalkmergel mit Kies und braunem Lehm im Oberboden. 

Corton Grand Cru ist eine der bedeutendsten Lagen im Burgund. Der halbrunde Hügel bringt bei Weissweinen -Chardonnay und bei den Rotweinen -Pinot Noir, grossartige Grand Cru-Weine her. Sie ist die einzige Lage die sowohl Weiss-und Rotweine als Grand Cru hervorbringt. Das zeigt diese ausserordentliche Lage die ein vielschichtiges Terroir in sich birgt auf.

Die lange Weinbau-Geschichte die, so wird vermutet bereits durch die Kelten und durch die Römer, die den Weinbau nachweislich in das Burgund brachten und verbreiteten. Die Benediktiner- und  Zisterzienser Mönche, die ihr Wissen und Erfahrung einbrachten, zeigt uns dass sie das Potential durch ihre Aufzeichnungen und daraus folgend einzelne Rebberge eingrenzten und diese entsprechend benannten.

Kirchenoberhäupte, Edelleute schätzen die Burgunderweine. Nach Karl dem Grossen wurde auch die Lage Corton Charlemagne benannt. Sie wurde an das Kloster Saulieu durch Karl den Grossen im Jahr 775 n. Chr. geschenkt. Dies zeigt wie bedeutsam diese war und noch Heute ist, dank den Menschen die dies erkannten und pflegten.

Grosse Weine mit grosser Geschichte – wenn Menschen dies erkennen, pflegen und weiter entwickeln, bleiben diese Weine so gross wie wir sie Heute kennen.

Ansporn für weitere grosse Weine die es zu entdecken gibt.

finde dein Wein

Den für sich persönlich passenden Wein finden kann einfach aber auch eben nicht so einfach sein.

Der einfache unkomplizierte Weg -den gibt es, der ist immer der erfolgreichste.

Was mag ich, leichte Weine oder eher füllige, schwere Weine. Welche Rebsorte mag ich, welche kenne ich und welche kenne ich nicht. Leicht, schwer, Chardonnay, Riesling, Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Noir, …….,

Barrique-, Stahltank- oder im grossen Fass gereift. Land, Region, Produzent und nicht zuletzt der Preis, wieviel will ich ausgeben.

Kriterien die beinahe endlos erscheinen und auch sind. Beinahe unendlich ist die Auswahl die man hat -spannend.

Spannend für Alle die sich mit Wein etwas tiefer beschäftigen und über die nötigen Kenntnisse verfügen. Nicht so toll kann es für Alle diejenigen sein, die sich spontan mit Freude an einem guten Glas Wein vor einem Supermarkt-Auslage befinden und sich nach Gefühl und Etikett eine Flasche erwerben und diese dann mit Enttäuschung beim Essen geniessen möchten. Enttäuschung.

Eine schöne Etikette ist nicht in jedem Fall ein Garant für einen guten Wein.

Guter Wein was ist das. Eine Geschmacks-Sache nicht in jedem Fall, aber Geschmacks- Sache im persönlichen Fall auf jeden Fall.

So die Frage was mag ich, probieren, degustieren kann da Hilfe leisten.

Eine sehr gute Hilfe ist eine kompetente Beratung und auch kompetentes, nicht ein-, oder ausgrenzendes Aufzeigen von gut produziertem Wein. Das ist der Schlüssel zum Wein-Genuss!

Ein passionierter Wein-Pate, der sich nicht mit seinem Weinwissen profilieren will sondern nur die Welt des Weingenusses vermittelt oder ein ebensolcher Weinberater im Weinfachgeschäft. Professionell beraten heisst nicht irgend ein Wein den man verkaufen muss oder will, es heisst auf den Kunden eingehen und erfahren was er mag und was nicht.

Kürzlich in einem Weinlokal, ich nenne es Cantina, gab ich als Antwort auf die Frage was ich mag -er soll mir zum Käse und Trockenfleisch einfach einen guten Wein bringen. Und er brachte mir genau das was ich mochte. Chianti Classico Riserva 2016 – so wie ich es mag und genau so wie man diese Weine lieben gelernt hat. Frische, Fruchtigkeit, Tiefe, elegante Fülle und ein Abgang der zum nächsten Schluck einlädt. Ein grosser Chianti-Jahrgang das ist es, aber auch das Handwerk dahinter. Er hat seinen Preis, doch das Erlebnis kann man so nicht bezahlen, es bleibt in Erinnerung und prägt den persönlichen Weingenuss und wird zum Massstab. Das ist es, Beratung und das Erkennen was der Gast/Kunde mag.

Danke – gefunden, unkompliziert und ein Genuss das war es.

Wein, Genuss, Jetzt!

Vor dem Weinregal -in Gedanken, welcher Wein zum jetzt so richtig zu geniessen, das ist meine Innere Frage die ich mich stelle.

Die Vorfreude ist die schönste Freude. Und so begebe ich mich auf die mentale Suche auf   meine Freude im Glas.

Es ist Sommer -etwas erfrischendes, wenig Alkohol und doch mit Geschmack und Rafinesse, auch nicht zu kostspielig.

Ja, das ist es!

Ein Riesling und dieser trocken, Jahrgang 2020

Diesen, ich hab’s gefunden!

 -ich bin nicht Archimedes mit Heureka, komme mir aber beinahe so vor.

Ich freue mich an diesem Riesling, ihn zu riechen und dann im Gaumen die Frische und die Aromatik erleben.

Ruppertsberg

Riesling trocken 2020

Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan

Pfalz

Herrliche, dezente Frucht -nach Stachelbeeren, Mirabelle, dezenter Blütenduft -ein Hauch Lindenblüten. Eine erfrischende Feuchtigkeit füllt den Gaumen mit einer ebensolcher knackigen Säure -etwas so wie wenn man einen frisch vom Baum gepflückten Apfel reinbeisst und einem erfrischt. Dann kommt das beste beim Wein dazu, die Aromen halten sich lange im Mund und lassen einem immer wieder gerne am Wein nippen. Verführerisch und solche Weine haben dazu nur wenig Alkohol und das macht gerade im Sommer bei hohen Temperaturen noch mehr Freude.

Wie findet man solche Weine für den begeisterten Genuss.

Und das eben für Jetzt!

demnächst mehr darüber

Wein mit Hintergrund und Tiefe

Weine die nicht aus der Masse entstehen sondern durch bewusstes, durchdachtes Bewirtschaften mit dem Respekt zur Naur entstanden sind, sind nicht mit den herkömmlich produzierten durchschnitts-Weinen zu vergleichen.

Michael Broger Weinbau

Der Rebberg, die Lage, der Boden

Ottenberg bei Weinfelden, durch Moränen entstandener, lehmhaltiger Molassen-Untergrund.

Flora und Fauna im Rebberg

Naturnahe Bewirtschaftung, organischer Pflanzenschutz, handgeführte kleine Maschinen, Förderung der Biodiversität. Die Begrünung im Rebberg wird nur wo nötig mit der Sense gemäht.

Im Keller

Wenn möglich -wird bei den meisten Weinen angewendet, Vergärung durch safteigene wilde Hefen, keine weiteren Hilfsmittel, ausser geringe Schwefelbeigabe, das nur wenn nötig. Auf Pumpen und Filtration wird verzichtet um möglichst den natürlichen Charakter des Weines zu bewahren. Jede Filtration entnimmt dem Wein Geschmack und Aromatik, somit wird die Charakteristik leise, beinahe zum Verstummen gebracht.

Die Reifung

In gebrauchten, kleinen und grossen Fässern -teilweise in Barriques. Das Fass soll den Wein in der Reifung unterstützen jedoch nicht dominieren.

Der Wein

Vielschichtige Düfte und Aromen, die nicht durch üppige, beinahe unnatürliche Fruchtaromatik begeistern, sondern sich subtil einem öffnen. Es sind Weine die je nach Rebsorte und Lage mehr Zeit und Musse für den Genuss bedürfen. Hier gilt nicht weniger ist mehr, sondern mehr Zeit ist mehr Genuss. Lass den Wein im Glas aufleben und sich dann langsam durch unsere Sinne seine Geschichte erzählen.

Das ist Wein mit Hintergrund, Tiefe  und Charakter.

Der Wert eines Weines

letzthin im Glas:

Brancaia’s Il Blu 2007 IGT Toscana

Der Duft in der Nase…, das ist Wein so wie es sein soll. Er versetzen einem in ein Kino mit Bildern und den dazu gehörenden Düften der Toscana. Bis zum letzen Schluck den man bedächtig zu sich nimmt, da er der letzte ist. 

Die Erinnerung an ein Genuss-Erlebnis.

letzthin im Glas:

Éric Forest’s Pouilly-Fuissé AOC Les Crays 2016

Was für feine Farbe, und der Duft so finessenreich und immer neue freigebend wie ein Buch einer Reise das man durchblättert. Der Abgang endlos scheinend. 

Wein so wie ein grosser Wein ist, ein Erlebnis das bleibt.

Wieviel ist ein Wein Wert, wieviel muss man für ein guten Wein ausgeben. Herstellungskosten, Qualität und Markt sind die bestimmenden Faktoren für den Preis eines Weines. Beim Wert eines Weines kommt noch der emotionelle Faktor dazu. Wann trinkt man -bei welcher Gelegenheit, -mit Geniesser, -mit Freunden, -zum Essen, -im Urlaub, -beim Produzenten oder ganz einfach nach der Arbeit zur Entspannung und und der Freude an einem guten Glas Wein.

Ist es nicht so, dass der Erste und der Letze Schluck der einem den unvergesslichen Eindruck hinterlässt den wahren, persönlichen Wert eines Weines hinterlässt. 

Wo, Wann, mit wem oder was man zum Wein zu sich nimmt macht es aus und nicht in jedem Fall der Preis.

Ein wirklich guter Wein, der Charakter -das Terroir und den Weinmacher widerspiegelt hat zwangsläufig seinen Preis. Massenware die einfach ein guter Wein sind gibt es wie es das Wort nennt genug. Diese geben einem kaum das Gefühl eines Genuss-Erlebnisses so wie beschrieben.

Es bedingt etwas mehr an Einsatz -Preis, für ein wahres Genuss-Erlebnis und eine kompetente Beratung.

Junge reife Weine – lasst ihn richtig ausreifen, den Jungen

Wie reif ist ein junger Wein?

Thalheim Chalofe 2019 – Tom Litwan

Die Farbe – leuchtend wie ein geschliffener Rubin.

Der Duft – balancierte Noten nach wilden Himbeeren, dann sich langsam öffnend, delikate Gewürze nach Macis, Kardamom sowie das pfeffrige der Himbeeren. Keine vordergründigen Düfte. Trotz der dezenter Verhaltenheit des Weines, zeigt er sein noch junges Potential.

Der Schluck – wieder die Himbeeren -wie frisch -knapp reif gepflückt, mit einer schöner Säure die sie so erfrischend machen. So der Wein, frisch mit dieser ausgewogenen Säure. Viele Aromen -Gewürze, Beeren, Teer, die sich im Ansatz öffnen -wie ein Läufer der sich für einen langen Lauf warm läuft und zur Form findet. Und dann die Tannine, die alle Elemente des Weines tragen wie ein filigranes, kompaktes Geflecht eines Korbes.

Dieser Korb gilt es mit Geduld in die Reife zu tragen.

Ein Wein, der sich so in der Balance zeigt wie ein Akrobat auf einem Hochseil, der schwingt noch lange auf seinem Weg.

Auch wenn Junges sich grossartig zeigt,

ist die Geduld zur grossen Reife gefragt.

Das Alter -im Spiegel, eines Weines

Gedanken zum Alter eines Weines oder wie lange kann man einen Wein lagern.

Die Frage ist gut, die Antwort nicht so einfach…

(wie man es sich wünscht, oder doch viel einfacher als gedacht).

Ist es nicht wie im Leben? Einfach ist einfacher zu verstehen.

Also: auf das wesentliche reduzieren -die Essenz, 

und vieles ist verständlicher.

Der Wein

Die Farbe, das Aussehen, der Geruch. Das ist der 2. Eindruck den man erhält. 

Der 1. -das Etikett! – Es sagt uns soviel, was man daraus liest,

-wenn man es lesen und interpretieren kann.

Es verspricht, das Etikett!

Château Petit Villages 1978 Pomerol AC – geöffnet 21.03.2021

Das Etikett -in die Jahre gekommen, könnte noch gut sein!

Der Wein -ist er oxidiert und muffig?

Im Glas: mittleres Rubin, ein schmaler, leicht aufhellender Rand. 

Oh!

In der Nase: mit dezenter Eleganz öffnet er sich dieser. 

Nichts vordergründiges, er ist leise.

Er beginnt zu sprechen.

Ah…!

die Düfte und Aromen offenbaren und eröffnen sich leise und subtil. 

Wie eine Geschichte erzählend, der man gut zuhören soll.

Spannend!

Die Natur und das Handwerk ergab einen grossartigen Wein, 

der 43 Jahre lang hielt.

Das ist die Essenz!

Die seine Geschichte einem offenbart. 

Zuhören, es riechen und schmecken.

Der letzte Schluck, 

langsam und genussvoll verabschiede ich mich von diesem Wein.